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Teamgeist und Weiterbildung für den Weltmarkt

23.09.2006

 

VON TIM BIRKNER

GEMÜNDA ? ?Ich werde immer hier in Gemünda wohnen?, sagt Marcus Schweizer (35). Er ist hier groß geworden, hat in der Gemündaer Flur gespielt und in den Tongruben übernachtet. ?Damals durfte man das noch.? Damals, als er geboren wurde, gründete sein Vater Alfred Schweizer die ?Alfred Schweizer Kunststoffzerspanung?.

Er legte 1971 mit einer alten Maschine den Grundstein für das Unternehmen, das heute 32 Mitarbeiter beschäftigt. Mitten im Dorf, unauffällig in alten Gebäuden untergebracht, passt sich das Familienunternehmen heute dem Ortsbild an.

 

?Mein Vater wurde belächelt, denn Kunststoff hatte es damals schwer. Er wurde auf dem Markt nur langsam akzeptiert?, sagt Marcus Schweizer im Rückblick. Im vergangenen Jahr konnte er acht Mitarbeiter zusätzlich einstellen. Schweizer beliefert heute Unternehmen in der Pharma- und Medizintechnik, liefert an Firmen der Steuer- und Regelungstechnik und dreht und fräst Teile für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Kleine Röhrchen werden aus Kunststoffstangen herausgedreht, mitten im Ortskern von Gemünda. Niemand kann ahnen, dass sie später einmal in einem Airbus mitfliegen.

 

?Unsere fertigen Produkte sind so klein, dass wir sie leicht mit Paketdiensten und Speditionen verschicken können.? Nur bei der Anlieferung der Rohware gibt es immer wieder Schwierigkeiten. Zweimal in der Woche müssen 40-Tonner in die schmale Fischersgasse, um abzuladen. ?Dreimal im Jahr hängt dafür die Dachrinne des Nachbars runter?, sagt Schweizer. Das ist ärgerlich. ?Die belgischen Fahrer können auf den Zentimeter genau einparken, wahrscheinlich weil es bei denen auch so eng ist?, lobt Schweizer die, die dem Nachbarn keine Scherereien verursachen.

 

?Wir sind höchstwahrscheinlich auch in zehn Jahren noch mitten in Gemünda?, blickt der junge Firmenchef in die Zukunft. Für das Unternehmen, das inzwischen in einem Fachwerkhaus, einem ehemaligen Tanzsaal und einer modernen Maschinenhalle, die als Scheune getarnt ist, arbeitet, gibt es noch Erweiterungsmöglichkeiten. Eine Wiese hinter dem Haus könnte noch bebaut werden, dann wird es eng. Doch das hat Zeit. Marcus Schweizer will langsam wachsen, die richtige Betriebsgröße finden, um auch in Zukunft auf dem Weltmarkt mitmischen zu können. Und dazu gehört ?immer innovativ sein, immer vorne dran sein. Denn Stillstand ist das Todesurteil.?

 

?Natürlich haben wir immer wieder darüber nachgedacht, ob wir Gemünda verlassen sollen?, sagt der Unternehmer Schweizer. Doch er ist Gemündaer durch und durch: ?Für mich ist es einfach bequem. Ich muss nur über die Straße und kann hier arbeiten.?

 

Marcus Schweizer muss Gemünda kaum verlassen, das schätzt er an seinem Dorf. ?Ich kann hier alles einkaufen, es gibt zwei Wirtshäuser und ein reges Vereinsleben. Die Infrastruktur passt einfach.? Bei den Obst- und Gartenbauern ist er 2. Vorsitzender, natürlich bei der Freiwilligen Feuerwehr dabei, in den Gesangsverein will er demnächst eintreten. ?Im Dorf bist du ständig eingebunden.?

 

Dabei ist er gar kein Wirtshausgänger. Marcus Schweizer hat Werkzeugmacher gelernt, seinen Meister gemacht und noch eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung. Abends und am Wochenende war er auf Lehrgängen, beispielsweise Umweltmanagement, Qualitätsmanagement, Abfallmanagement. . .

 

?Ich stehe dafür ein, ökonomisch und ökologisch zu arbeiten. Das bin ich meinen Kindern schuldig.? Dazu gehört für Schweizer auch die Überlegung, sich an die Fernwärme anzuschließen. In der Nachbarschaft baut die Familie Jöchner ein Biomasseheizkraftwerk, die Rohstoffe kommen aus dem Wald, die Wärme hat einen kurzen Weg. Es ist eine Lösung made in Gemünda, ganz nach Schweizers Geschmack.

 

Der Wettbewerb ist hart, doch darüber jammert Schweizer nicht. Er sagt vielmehr: ?Unsere Kunden sind alles angenehme Menschen, der Umgangston passt in dieser Branche.? Der menschliche Umgang ist ihm auch bei seinen Mitarbeitern wichtig. Ein Drittel seiner Belegschaft kommt aus dem Dorf. Da kennt jeder jeden, da wird auch eine abgerissene Dachrinne verziehen.

 

Doch mit Herz allein ist auch kein Geschäft zu machen. ?CNC-Techniker sind in Verbindung mit Kunststoffkenntnissen und handwerklichem Geschick nicht so häufig zu finden. Da ist Gehirnschmalz gefordert. Hochqualifizierte Leute sind schwer zu bekommen.? Also macht er sich Gedanken, wie er mit Teamgeist und Weiterbildung dem Anspruch des Weltmarktes gerecht werden kann ? wozu er vorzugsweise auf hohe Berge steigt. ?Das ist das Einzige, was ich hier in Gemünda nicht finde.? Und hoch über der Baumgrenze im Schnee und auf Gletschern findet Marcus Schweizer Ruhe und Erholung. Trotz körperlicher Anstrengung hat er dort Zeit, seine Gedanken zu sortieren und über neue Wege nachzudenken.

 

Ende der Serie

 

Marcus Schweizer

 

Marcus Schweizer lebt seit seiner Kindheit in Gemünda. Er wurde im Unternehmen ?Alfred Schweizer Kunststoffzerspanung? seines Vaters groß. Seit zwölf Jahren ist der 35-Jährige mit im Betrieb. Marcus Schweizer ist gelernter Werkzeugmacher, hat seinen Meister gemacht und eine Zusatzausbildung zum Betriebswirt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, mit denen er viel Zeit verbringt. Schweizer ist 2. Vorsitzender der Obst- und Gartenbauer.

 

 


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