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Medientage München: Abenteuerspielplatz Internet

München – Über den „Abenteuerspielplatz Internet“ sprachen auf den Münchner Medientagen 2008 Vertreter der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Kinder je nach Alter vor bestimmten unzulässigen oder unerwünschten Internetangeboten zu schützen, ist das Ziel. Alle sind sich einig, dass dies wichtig ist, doch der Weg dorthin ist steinig. In der Regel werden Zusatzprogramme installiert, die das Alter abfragen und den Zugang entsprechend regeln.

Doch sollen unerwünschte Seiten gesperrt werden, oder nur erwünschte angezeigt werden. Die weiße Liste der unbedenklichen Anbieter nutzt beispielsweise die Kinder-Suchmaschine fragfinn.de. Vielen ist dies aber eine zu starke Regulierung.
Die Alternative ist, Seiten, die bekannt sind, zu sperren, wie zum Beispiel pornografische Inhalte, Suizid-  oder Magersucht-Foren.

Große Inhalte-Anbieter wie RTL, die Telekom kodieren ihre Seiten entsprechend und sind Mitglied der FSM. Ebenso die großen Suchmaschinen, wie beispielsweise Google. Sabine Frank, Geschäftsführerin der FSM, verweist da gerne auf die Verantwortung der Eltern: „Solange die Eltern die Schutzprogramme nicht installieren und einstellen, bleibt das ein stumpfes Schwert.“
Viele Eltern sind mit der Technik, die  ihre Kinder mühelos bedienen, überfordert. Daher appellieren KJM und FSM auch  an die Medienpädagogik und die Computerhersteller. Wie kann das gehen?
Wer ins Internet möchte, muss eine Schleife durchlaufen und den Zugang für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene einstellen. In Frankreich funktioniere das reibungslos, in Deutschland sperren sich die Computerhersteller mit dem Hinweis: Das ist zu teuer.
Die Schulen können von der FSM einen Koffer für Grundschulklassen bekommen. „Klick-safe“ ist in den meisten Bundesländern jedoch unerwünscht. Nur drei haben ihren Schulen das Projekt erlaubt und arbeiten bei der Aufklärung mit der FSM zusammen, Bayern, Sachsen und Thüringen sind nicht dabei.
Rein rechtlich sind die Inhalteanbieter verpflichtet, den Kinder- und Jugendschutz zu gewähren. Die 40 größten in Deutschland sind sich dieser Pflicht bewusst und sind offen gegenüber Verbesserungen. Wer beispielsweise Verstöße im Internet findet, kann diese bei der FSM melden. Seit elf Jahren gibt es die FSM und momentan geht sie rund 1500 Beschwerden pro Jahr nach. Schwierigkeiten bereiten heute vor allem ausländische Anbieter oder kleine, nicht-kommerzielle. Vielen dächten immer noch, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, so die Klage der KJM. Auch mit den interaktiven Seiten des Web 2.0, wie beispielsweise SchülerVZ, tun sich die Jugendschützer schwer. Chatrooms zu kontrollieren ist ungleich schwieriger, weil die pure Masse an Daten, die Kontrolleure vor große Aufgaben stellt. Auch Übergriffe und Datenschutz sind im interaktiven Teil des Internets an der Tagesordnung. Hier seien wieder Lehrer wie Eltern gefordert, Aufklärung zu betreiben. Das Internet ist so global und komplex, dass der „Jugendmedienschutz als Spiegel unserer Werte“ nur gemeinsam mit Anbietern, Herstellern, Eltern und Schulen vorankommen wird.

Weitere Informationen zum Jugendmedienschutz im Internet:
www.kjm-online.de
www.fsm.de
www.fragfinn.de
www.klicksafe.de



Tim Birkner / 31. Oktober 2008


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