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Rechnen, schruppen, bohren, ölen, stimmen.

Das Holz, aus dem die meisten Sopranblockflöten sind: heimischer Birnbaum. Bild: TIM BIRKNER

8. August 2007

VON CHRISTA BURKHARDT

Das Erste, was bearbeitet wird, ist das Stück, auf dem später einmal das Gros der Grifflöcher sitzen wird. Verschieden dicke und lange Bohrer arbeiten grob die Innenbohrung vor. Dann werden die Teile rund gedreht. Der Blockflötenbauer sagt ?schruppen? dazu.

Die jetzt vorliegenden Rohlinge wandern in den ?Topf?. Hier wird ihnen möglichst viel der noch verbliebenen Feuchtigkeit entzogen. Der Unterdruck hilft außerdem, die Holzporen möglichst weit zu öffnen. Dann wird bei 60 bis 70 Grad Celsius flüssiges Wachs - Paraffin oder Leinöl - hinzu gegeben, das die Flötenteile möglichst gut aufsaugen sollen.

Als nächster Arbeitsschritt wird die äußere Form gedrechselt. Ist sie fertig, wird die Innenbohrung ausgerieben. Entsprechend heißt das Werkzeug einfach nur ?Reiber? ? eine einfache Bezeichnung für ein urtypisches Werkzeug des Flötenbauers. Denn wie weit oder eng diese Innenbohrung ist und wie sie zuläuft, setzt komplizierte Berechnungen des Flötenbauers voraus, und zwar immer mit der Frage: Wie soll das Instrument klingen? Hart, kernig, grundtönig, obertonreich, gut mischungsfähig im Ensemble oder eher charakteristisch-solistisch? Diese Überlegungen rechnet der Flötenbauer in die Innenbohrung um.

Ist die Innenbohrung ausgerieben, geht es wieder an die Holzoberfläche. Mit Wasser und Schwamm wird das überschüssige Wachs entfernt. Dann wird das Flötenstück gebleicht oder gebeizt und danach lackiert oder geölt.

Die Tonlöcher sind eine weitere Herausforderung. Sie müssen in der richtigen Form und Größe an der richtigen Stelle sitzen, damit das Instrument in sich stimmig und für den Spieler bequem zu greifen ist.

Richtig knifflig wird der Blockflötenbau am Mundstück, und zwar an dem Teil, der der Blockflöte ihren Namen gibt: der Block. Dieser formt aus dem Flötenrohr einen Windkanal, der den Luftstrom des Spielers bündelt und auf die Kante des so genannten Labiums führt. Ohne Block klingt die Flöte nicht.

Dieser Block ist nicht aus Birnen-, sondern in fast allen Fällen aus Zedernholz. Denn dieses bleibt sehr stabil, wenn es feucht wird. Und das wird der Block mit der Atemluft des Spielers immer ein wenig.

Diesen Block hämmert der Blockflötenbauer in das Mundstück und spielt das Instrument an. Dann schlägt er ihn wieder heraus und feilt in Filigranarbeit so lange, bis im wahrsten Sinn des Wortes alles stimmt.


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