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Badgasse 10

Badgasse 10

Nach sechs Jahren Planung konnten wir im Jahr 2003 unser Haus umbauen und im Sommer 2004 beziehen. Für die vielen Ideen und (das steht nicht in der begründung) für die Ausdauer, wurden wir 2005 mit dem Goldenen Ammoniten des Landkreises Lichtenfels und der Sparkasse Coburg-Lichtenfels bedacht. Eine Auszeichnung, die uns freut und zeigt, dass wir einen richtigen Weg beschritten haben.

 

Mehr Informationen zum Goldenen Ammoniten

Energieverbrauch

Jetzt habe ich wieder Schreckensmeldungen gelesen. Altbauten vor 1983 verbrauchen 90 Prozent der gesamten Heiz-Energie (vielleicht, weil es auch 90 Prozent der Häuser sind, die vor 1983 erbaut wurden?). Mehr als 220 Kilowattstunden pro Quadratmeter sollen es im Jahr sein. Das schreibt zum Beispiel die Fraunhofer Gesellschaft in ihrem magazin 3.2005. Wie wird da meine allte Hütte aus dem Jahre 17-hundert-irgendwas dastehen?

Heizkonzept Strahlungswärme

Unser Heizkonzept sah vor, das wir Strahlungswärme nutzen und die Hülle heizen. Also eine Wandheizung und enen Kachelofen einbauen. Trockene (beheizte) Materialien dämmen viel besser als nasse. Im Gegenzug haben wir auf viel gepriesene (bis zu 40 cm Styropor sollten wir ans Haus kleben) Leicht-Dämmstoffe verzichtet. Da gibt es Sandsteinwände, Fachwerkwände mit brutto 20 cm Dicke (da sind 5 cm Schilf schon dabei), einfache Ziegelwände mit 24 cm Stärke.

Energieverbrauch Gas und Holz

Kaum einer mag über seinen Energieverbrauch reden, geschweige denn Zahlen nennen. Warum auch immer. Ich tue das.

Für das Jahr 2004

Das Ergebnis ist für das Jahr 2004:

120 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche (beheizter Bereich, nicht beheizbarer Bereich!)

Für das Jahr 2005

Das Ergebnis für das Jahr 2005:

140 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche (beheizter Bereich, nicht beheizbarer Bereich!)

Für das Jahr 2006

Das Ergebnis für das Jahr 2006:

135 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche (beheizter Bereich, nicht beheizbarer Bereich!)

Für das Jahr 2007

Das Ergebnis für das Jahr 2007:

85 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche (beheizter Bereich, nicht beheizbarer Bereich!)

Gerundet

Gerundet jeweils auf 5 kWh genau (Kochen und Warmwasser sind bei uns nicht genau messbar, lediglich Schätzwerte) Eine Fortschreibung ist geplant, zumal die kalten oder warmen Winter natürlich einen großen Einfluss haben (werden...)

Energiesparen, Wärmedämmung & Energiepass

Ein Hinweis für alle 40-Zentimeter-Styropor-Dämmer: Wer nach einem extrem langen und kalten Winter Styropor klebt, merkt die Kosteneinsparung gleich im darauf folgenden Jahr. Drastische Einsparungen. Tatsache: Der Winter war milder, alle haben gespart. Auch ohne Syropor und nachfolgendem Schimmel hatte der Profi-Dämmer Geld gespart, und dafür nicht einmal investieren müssen. Na dann, schönen guten Tag!

Als Beispiel sei meine Abrechnung 2006 und 2007 genannt. Ich habe 35% Heizenergie gespart - obwohl ich absolut nichts geändert habe. Nicht länger verreist, gleichviele Familinmitglieder, gleich genutzte Wohnfläche. Einzig das Wetter war anders.

Berechnet werden bei mir nur die tatsächlich genutzten Quadratmeter, die auch geheizt werden. Keller und Dachräume fließen nicht in die Berechnung ein. Eingerechnet ist der Gasverbrauch zum Heizen (abzüglich Warmwassser und Kochen). Einen Hinweis zu den Größenordnungen gibt da kiel.de zu Energiekennzahlen. Und das bei einem Haus, in dem gelebt und gearbeitet wird, das rund um die Uhr genutzt und geheizt wird...

 

In vielen Dokumentationen über Niedrig-Energie-Häuser wird leider das verheizte Holz im "kuscheligen Kachelofen" verschwiegen. Bei uns ist es mit eingerechnet, und zwar mit 2000 kWh pro Festmeter Laubholz. Weitere Hinweise zur Umrechnung und den Brennwerten.

 

Gerade eben habe ich einen Niedrig-Energie-Haus-Besitzer getroffen, der mir seufzend sagte "wenn das mit der Niedrig-Energie nur stimmen würde." Seinen Verbrauch hat er nicht kund getan. Wenn jeder Hobby-Energiesparer, der seine Tipps direkt von der Dämmstoffindustrie bezieht, seinen Verbrauch veröffentlichen würde, käme der Schmu, den manch auch Lüge nennen, schnell zum Vorschein. Aber der Energiesparer an sich beschwindelt sich halt am liebsten selbst. Ein Beispiel: Ein Haus von 1955, gedämmt vor 13 Jahren, seit 10 Jahren Schimmel in der ganzen Bude. Was sagt der Besitzer? "Die Eiche vor dem Haus ist schuld." Die Eiche steht seit 200 Jahren. Schön, dass der Schimmel auch noch von der KfW mit günstigen Krediten gefördert wird. "Schimmel, nur 1-Prozent Zins auf rausgeworfenes Geld" - so müsste der Slogan fairerweise lauten. Doch mit dem Schimmel ist es wie mit den Heizkosten: Niemand spricht darüber. Schade.

 

Wer mehr darüber wissen möchte, warum massive Baustoffe besser dämmmen als Leichtbaustoffe, kann das Lichtenfelser Experiment bei Konrad Fischer nachvollziehen.

 

Seine homepage sei allen empfohlen, die alte Häuser renovieren oder sanieren wollen. www.konrad-fischer-info.de


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Das Baudenkmal - Nutzung und Unterhalt

Eine Schrift der Deutschen Burgenvereinigung. 15 Aufsätze zum Thema. Mir haben besonders geholfen: Claus Meier "Wärme- und Feuchteschutz am Altbau", Henning Großeschmidt: "Das temperierte Haus", Klaus Ruf: "Putz und Anstriche am Baudenkmal".

 

Das Buch kostet 30 Euro und ist beispielsweise bei amazon zu haben.