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Latein bringt die Dinge auf den Punkt

28. April 2008

Coburg - Das überraschte alle Experten: Die Einführung des achtstufigen Gymnasiums verhalf ausgerechnet dem Fach Latein zu einer Renaissance. Vielmehr Schüler als erwartet entscheiden sich für Latein als 2. Fremdsprache. Überall fehlen Lateinlehrer, stellen Schulen in Eigeninitiative Aushilfslehrer mit Zeitverträgen an. Das Meranier-Gymnasium in Lichtenfels ist dabei kein Einzelfall. Der Grund: Die zweite Fremdsprache beginnt nicht mehr wie im neunstufigen Gymnasium in Klasse 7, sondern bereits im sechsten Schuljahr. Zu früh für die meisten, um sich für einen bestimmten Ausbildungszweig festlegen zu wollen.

Latein als zweite Fremdsprache lässt alle Wege offen und ist daher aus strategischen Überlegungen erste Wahl. Wie zeitgemäß aber ist dieses Fach? Eine tote Sprache lernen, wo heutzutage doch so lebendige Sprachen wie Russisch oder Chinesisch im Berufsleben an Bedeutung gewinnen? Was lernt eigentlich, wer Latein lernt? Zwei ehemalige Klassenkameraden, ein Jurist und ein Mediziner, sprechen über ihre Erfahrungen.

Waren Sie gut in Latein?

Dr. Watzek: Mittelmäßig, aber ich habe den Unterricht immer gemocht. Der Friedrich, der war top.

Dr. Krauß (lacht): Ich hatte einfach Freude an dieser Sprache, an dieser unglaublichen Dichte und Prägnanz. Ein einziger Buchstabe in der Endung verändert die Bedeutung eines Wortes, ja, den Sinn eines ganzen Satzes komplett. Das fasziniert mich bis heute.

Sowohl Jurastudenten als auch Medizinstudenten wird empfohlen, Latein zu lernen. An manchen Universitäten werden Abiturienten mit Latinum bevorzugt. Macht das Sinn?

Dr. Krauß: Um Latein zu lernen und zu übersetzen muss man ganz genau hinschauen, den Sinn erfassen und auslegen, sehr systematisch arbeiten, einen Blick für Zusammenhänge entwickeln. Genau das muss ein Jurist in seinem Studium und im Berufsleben auch. Nuancen verändern die Bedeutung. Im Lateinischen muss man komplizierte Sätze analysieren, für Jura komplizierte Sachverhalte. Latein ist eine großartige Denkschule.

Dr. Watzek: Obwohl ich von der 5. Klasse bis zum Abitur Lateinunterricht hatte, musste ich im ersten Semester Medizin einen so genanntenmedizinischen Terminologie-Kurs Latein besuchen. Natürlich stammen viele Fachbegriffe in der Medizin aus dem Lateinischen. Da tut man sich mit einem Latinum viel leichter. Für mein Fachgebiet wundert mich dabei nur eines: Ganz viele medizinische Fachausdrücke stammen auch aus dem Griechischen. Danach fragt keiner. Dabei gab es - jenseits der Begrifflichkeiten - in der Antike hervorragende griechische Ärzte. Viele davon praktizierten übrigens im römischen Reich.

Dr. Krauß: Auch in der Sprache der Juristen gibt es viele Rechtsgrundsätze, die lateinisch formuliert sind und die auch viele Nicht-Juristen kennen: "indubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten) zum Beispiel oder "nulla poena sine lege" (keine Strafe ohne entsprechendes Gesetz). Aber dafür braucht man sicherlich nicht jahrelang Latein-Unterricht. Man muss auch nicht das lateinische Recht kennen, um das deutsche zu verstehen, auch wenn es natürlich historisch sehr interessante Zusammenhänge gibt. Das sind nur vordergründige Belege, die man aus fachlicher Sicht für das Latein vorbringen kann. Für mich ist das wesentliche Argument folgendes. Latein ist genau wie ein gut formuliertes Gesetz: kurz und eindeutig.

Sehen Sie Perspektiven für diese "tote" Sprache?

Dr. Watzek: Früher war Latein die Sprache der Wissenschaft. Latein verstanden die Gebildeten in ganz Europa. Alle, die wissenschaftliche Ergebnisse und Forschungen veröffentlichen wollten, schrieben lateinisch. Diese Sprache wurde schon geschrieben, da gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschland gerade mal zahlreiche gesprochene Dialekte. Das änderte sich erst mit dem 19. Jahrhundert. Heute haben wir ausgeprägte Nationalsprachen, aber nicht zuletzt mit der EU wird der Ruf nach einer Sprache, die alle obligatorisch lernen laut. Eine Universalsprache für Wissenschaft und Politik, eine Sprache, in der die Gesetze abgefasst sind. Könnte das nicht eine aktuelle Aufgabe für dielateinische Sprache sein?

Dr. Krauß: Das finde ich eine interessante Idee. Natürlich haben wir als wichtigste Verständigungssprache Englisch. Aber gerade als Jurist weiß ich um kleine Bedeutungsfeinheiten in Formulierungen, die für Muttersprachler sonnenklar sind, aber für andere eben nicht. Da sehe ich eine gewisse Ungerechtigkeit. Latein ist für alle Fremdsprache. Und außerdem: Latein ist dafür prädestiniert, Dinge auf den Punkt zu bringen.

Haben Ihre Kinder Latein in der Schule?

Dr. Watzek: Wir haben insgesamt fünf Kinder. Alle fünf haben auf dem Casimirianum mit Latein als erster Fremdsprache angefangen.

Interview: Christa Burkhardt


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