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"Ichmuss wieder mehr lesen"

30. April 2008

CoburgAm Dienstag legte die NP-Redakteurin Christa Burkhardt das Leistungskurs-Abitur in Deutsch ab. Zum zweiten Mal nach 1987. Damals stand Goethes Faust im Mittelpunkt. 2008 standen sechs Themen zur Auswahl.

Wenn Sie an Ihre „echte“ Abiturprüfung denken, was war beide Male gleich, was war dieses Mal anders?

So ein angenehmes Kribbeln, dieses „Jetzt geht es gleich los“, hatte ich damals auf dem Weg zur Schule und dieses Mal, als ich die Abi-Aufgabe im Ernestinum abholte, auch wieder. Ich habe mich damals richtig gefreut auf den letzten Aufsatz meiner Schulzeit. Die Auswahl im Abi ist ja groß. Mit Sicherheit ist ein Thema dabei, zu dem ich was zu sagen habe. Das wusste ich. Das war aber nur in Deutsch so. Am Tag vorher habe ich Bio geschrieben. Da war mir eher flau. Da standen hinter jeder Frage die Bewertungseinheiten, die ich mir zu verdienen hatte. Das war mühsam. In Deutsch kann man drauflos arbeiten.

Welche Frage gefiel Ihnen besonders/ fiel Ihnen besonders auf und warum?

Ich fand die Vielfalt beeindruckend. Es gab ein Gedicht zu interpretieren und dazu ein paar interessante Fragen, es gab Goethes Torquato Tasso, es gab eine Aufgabe zu unterschiedlichen Möglichkeiten, eine Romanfigur zu charakterisieren und es gab ein zwei Erörterungsthemen: ein literarisch orientiertes und ein allgemeines. Im „echten“ Abi hätte ich wahrscheinlich „Chancen und Risiken von Meinungsäußerungen im öffentlichen Diskurs“ erörtert. Aber das war mir zu nah an meinem Beruf als Journalistin dran. Da hätte ich nur ein Programm abgespult.

Wie viel haben die Prüfungsfragen mit Ihrem beruflichen Alltag zu tun?

Irgendwie legen wir Journalisten ja jeden Tag eine Abiturprüfung ab. Wir schreiben einen Text für jemanden. Und dieser jemand soll den Text gut finden. So gut, dass er ihn bis zum Schluss liest. Und im Idealfall stoßen wir eine Diskussion an. Kriegen Anrufe, Leserbriefe, anerkennende und kritische Kommentare. Nur dass wir die Themen selbst bestimmen und - hoffentlich - mehr Leser haben als die Abiturienten. Einen einsamen Korrektor, der den Text bis zu Ende lesen muss, ob er will oder nicht.

Wie viel Fachwissen einerseits, wie viele so genannte Basiskompetenzen andererseits wurde(n) abgefragt?

Das war bei den einzelnen Themen ganz unterschiedlich. Es hat mir echt imponiert, wie vielfältig das Angebot war. Da war für jeden was dabei. Ich weiß es ja noch aus meinem eigenen Leistungskurs damals. Da gibt es die, die am liebsten gelerntes Faktenwissen reproduzieren. Da gibt es die, die am liebsten weitschweifig 20 Seiten durch die literarischen Epochen flanieren, die Gedichtliebhaber, die gern über umschlungene Reime schreiben und die, die in 1., 2. und 3. sachliche Argumente diskutieren wollen. Ich muss sagen: Im Abi 2008 kamen sicher alle auf ihre Kosten.

Wurden auch eigenständige Gedanken und Argumentationen gefragt? Welchen Interpretationsspielraum lassen die Fragestellungen?

Die Fragen waren sehr allgemein gestellt. Ich habe jedenfalls keine Sekunde überlegt „was wollen die Prüfer jetzt wohl hören?“ Was ich nicht einschätzen kann, ist die Bewertung. Die ist hier natürlich anspruchsvoll. Da gibt es ja nicht einfach richtig und falsch wie in manchen Bereichen der Mathematik. Und die Prüfungsarbeiten vergleichen kann man auch nicht. Eine Gedichtinterpretation und eine Erörterung sind nun mal zwei Paar Stiefel. Hut ab vor den Korrektoren, die sich hier wirklich in individuelle Gedankengänge und Argumentationen hineindenken müssen.

Gab Ihnen die Prüfung wertvolle Denkanstöße mit?

Ich habe mich seit langem nicht mehr so intensiv mit Literatur beschäftigt wie gestern. Ich sollte wieder mehr lesen, schoss mir während der Bearbeitung durch den Kopf. Klar, ich lese als Journalistin berufsbedingt sehr viel: Mitarbeitermanuskripte, Recherchematerial, die Texte von Kollegen, die Unterlagen, die man auf Presseterminen so mitbekommt. Aber ein Buch, das nichts mit meinem Beruf zu tun hat oder ein Gedicht habe ich lange nicht mehr gelesen.

Wie müsste Ihrer Meinung nach in Ihrem Fach eine Abiturprüfung aussehen?

Ich stelle in Schreib-Seminaren mit Gymnasiasten immer wieder fest, dass sie sowohl sehr versiert und gut als auch sehr komplex und kompliziert formulieren können. Das Erste freut mich, das Zweite versuche ich ihnen abzugewöhnen. Denn darunter leidet die Verständlichkeit. Ich würde weniger Wert darauf legen, dass Abiturienten sich möglichst komplex und in virtuosen Satzgefügen ausdrücken können, sondern mehr darauf, dass sie auch schwierige Sachverhalte einfach und verständlich darstellen können.

Was ist Ihnen Ihr Abi wert?

Einerseits viel, denn es öffnet ja uneingeschränkt alle Ausbildungswege. Andererseits muss ich gestehen, dass ich nie das Ziel hatte, Abitur zu machen und zu studieren. Mein Zeugnis nach der zehnten Klasse war einfach so schlecht, dass ich trotz zahlreicher Bewerbungen damals keinen Ausbildungsplatz bekam. Na gut, gehst du eben weiter zur Schule, dachte ich. Ich glaube, vielen Gymnasiasten von heute geht es genauso.

Interview von und mit: Christa Burkhardt


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