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Eine attraktive Landschaft für den Lebensabend

In sechs Wochen wollen Bernd und Hildegard Bieligk hier einziehen, mit Blick auf den Itzgrund, Garten und viel Entdeckergeist für Landschaft und Kultur. FOTO: TIM BIRKNER

02.Juli 2007

 

VON BAYERN NACH FRANKEN / Noch acht Monate bis zur Kommunalwahl

VON TIM BIRKNER

LAHM - Hildegard und Bernd Bieligk bauen. In einem Baugebiet in Lahm haben sie ihr Traumgrundstück gefunden. Das Ehepaar hat vier Kinder und doch interessieren sie Kindergärten und Schulen nicht. Nicht mehr, denn alle ihre Kinder sind inzwischen aus dem Haus.

Im Wohnhaus der Bieligks im Münchner Südosten mit fünf Schlafzimmern ist es einsam geworden. ?Alle unsere Kinder haben ihre Möbel mitgenommen und als im Januar die kleinste Tochter ade sagte, wurde es ganz schön leer im Haus?, erinnert sich Hildegard Bieligk. ?Es hallte nur noch.?

Die Gemeinden der Initiative Rodachtal haben in ihrem gerade beschlossenen Entwicklungskonzept den Bevölkerungsrückgang thematisiert. Die Region schrumpft. Sollen die Gemeinden nun zusehen, oder aktiv sich um neue Bewohner kümmern? Die Initiative hat sich für die aktive Variante entschieden. Doch trotz Kindergärten und Familienangeboten kommen junge Leute nur dann ins Coburger Land, wenn auch Arbeit vorhanden ist. Das Faustpfand des Landkreises, die Landschaft und die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten stehen da an zweiter Stelle.

Doch die Prioritäten ändern sich, wenn das Arbeitsleben hinter einem liegt, wie bei den Bieligks.

?Höhenkirchen, das ist eine teure Gegend?, sagt Hildegard Bieligk. ?Da wird man ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.? Sie stammt aus Bamberg. ?Meine Dienststelle ist aufgelöst, die Kollegen sind sang- und klanglos verschwunden?, sagt Bernd Bieligk. ?Da fällt es mir leichter, München zu verlassen.? Eine schöne Umschreibung für alles das, was man mitmacht, wenn kurz vor dem Ruhestand der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet. Außerdem hatte Bernd Bieligk im Ort wenige Freunde. ?Wer morgens um sieben zur Arbeit fährt und abends um sieben nach Hause kommt, kümmert sich um Haus, Garten und Kinder. Außer der unmittelbaren Nachbarschaft war einfach keine Zeit für Kontakte?, blickt Bernd Bieligk zurück.

Die Bieligks gingen in sich und dachten an die Investitionen, die sie noch im vergangenen Herbst in ihren Garten getätigt hatten, an die modernisierte Heizung von vor zwei Jahren, die mit Pellets funktioniert. Dann entschieden sie sich, ihren letzten Lebensabschnitt bewusst zu planen und zu realisieren. Dafür kehren sie in wenigen Wochen München den Rücken, wo sie ein Arbeitsleben lang gelebt haben und entschieden sich für einen Lebensabend im Itzgrund.

Jetzt, in ihrem letzten Lebensabschnitt möchten die Bieligks die Landschaft und die Kultur entdecken und sich stärker in die Dorfgemeinschaft einbringen, als das in München möglich war. ?Dort sind die Leute ein bunt zusammengewürfelter Haufen, die schon überall auf der Welt waren und das nahe Deutschland nicht kennen. Banz sagt ihnen höchstens aus den Nachrichten etwas?, sagt Hildegard Bieligk. Eine gewachsene Nachbarschaft hat sie dort nicht kennen gelernt. ?Alle vier, fünf Jahre sind die Leute wieder umgezogen.?

Aus ihrer Kindheit weiß sie: Die Franken sind einfach anders, haben eine andere Mentalität. ?Darum freuen wir uns jetzt riesig.? Deshalb war es ihnen auch wichtig ein Richtfest für ihr neues Haus zu feiern. ?Der Bauträger wollte das nicht, aber wir haben darauf bestanden.? Also gab es Bier und eine Brotzeit für die Nachbarn und ?einen grausligen Baum?. Auch während der Jahrzehnte, die Hildegard Bieligk im ?bayerischen Ausland? verbrachte, den Dialekt hat sie sich bewahrt: ?Ich wäre mir als Verräter vorgekommen, wenn ich plötzlich begonnen hätte Bayerisch zu sprechen, so wie es dort viele tun.?

Ihre Freunde in Oberbayern waren erst einmal geschockt: ?Das könnt ihr doch nicht machen.? Das, das war meist, das Gebirge verlassen. ?Doch am Wochenende ist es dort so voll, da will ich gar nicht ins Gebirge und unter der Woche hatten wir ja keine Zeit?, sagt Hildegard Bieligk. ?Da ist mir so eine liebliche Landschaft hier viel lieber.?

Dass es Franken werden sollte, war ziemlich schnell klar, doch Lahm? ?Erst einmal haben wir uns im Internet umgesehen. Google-Earth ist schön, doch die Wirklichkeit hat immer ganz anders ausgesehen?, erinnert sich Hildegard Bieligk. Die Wirklichkeit, das waren viele Objekte, viele Absagen. Und dann das Schild an der B 4 ?Bauland?. ?Wir sind morgens da gewesen und haben uns mit dem Bürgermeister zusammen den Bauplatz angesehen. Dann haben wir kurz überlegt, in Coburg ein Objekt abgesagt und auf dem Rückweg das Grundstück gekauft. Das war es einfach.? Auf die Gemeinde ist Bernd Bieligk besonders gut zu sprechen. ?Die haben sich um uns gekümmert, auch außerhalb der Dienstzeiten.? Auch ihr Bauantrag war so schnell genehmigt, dass Bieligk heute noch, sechs Wochen vor dem Umzug, staunt.

Das Haus selbst sollte ihrem Alter gerecht werden. Das heißt zum Beispiel: Kein Keller, denn die Treppen muss man erst einmal hinunter und dann wieder hinauf kommen. Das heißt: Eine Ebene, in der die lebensnotwendigen Dinge wie Schlafen, Kochen, Essen, Wohnen zusammengelegt sind. Das heißt: Eine überdachte Einfahrt, damit die Bieligks trocken und eisfrei ein- und aussteigen können. Das heißt aber auch: Ein großer Garten, denn noch sind sie ja fit und Hildegard Bieligk gartelt gerne. ?In München wächst nichts. Da kommen die Schnecken und der Frost, dann ist es vorbei?, sagt sie und hofft, dass auf dem zugigen Hügelland über der Itz etwas mehr wächst. ?Ob das klappt, weiß ich nicht?, doch probieren möchte sie es in jedem Fall.

Auch die Infrastruktur spielte für die Wahl-Münchner eine Rolle. Ein Metzger und ein Bäcker im Ort und ?zwischen Ebern und Bad Staffelstein alles, was wir an Ärzten und Versorgung brauchen.? Wer jeden Tag eine Stunde S-Bahn fährt, für den ist der Radius einfach etwas größer. ?In einem Umkreis von 100 Kilometern können wir hier noch viel erobern?, sagt Bernd Bieligk und fügt hinzu: ?Ich hoffe, dass wir hier lange wohnen.?


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