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Familien brauchen Unterstützung - keine Kontrolle

12. Januar 2008

Von Christa Burkhardt

Ebersdorf ? Erfrischend undogmatisch, einfühlsam und klar in ihrer Linie referierte am vergangenen Freitagabend Staatssekretärin Melanie Huml auf Einladung der örtlichen Frauenunion zum Thema: ?Kinder! Wie können wir sie besser schützen??

In Wahlkampfzeiten ergriff die junge CSU-Politikerin im Schützenhaus auch sogleich Partei. Aber nicht für Kandidaten und Programme, sondern für Familien und Eltern.

Bei aller Tragik misshandelter, vernachlässigter und getöteter Kinder dürfe man eines nicht vergessen: ?Familien leisten unwahrscheinlich viel. Sie sind und müssen das Herzstück der Gesellschaft bleiben. Denn die meisten Eltern sind engagiert und kompetent?, sagte Huml.

So halte sie nichts davon, Elternrechte zu beschneiden und staatlicherseits wie auch immer geartete Kontrollmechanismen einzurichten. Humls Ansatz ist ein ganz anderer: ?Wir müssen am besten schon in der Schwangerschaft die Eltern stärken. Denn sie sind stark gefordert und denkt man nur an die vielen schlaflosen Nächte verständlicherweise oft auch überfordert.?

Um sie zu stärken brauche es ?eine Kultur des Hinschauens?, forderte die Staatssekretärin die Zuhörerschaft auf. Und meinte damit ausdrücklich kein Mustern der Kinder auf verdächtige blaue Flecken hin. Zu diesen soll es nämlich erst gar nicht kommen. Denn jeder könne helfen, Eltern zu entlasten, ihnen immer einmal wieder ein paar Minuten Luft zu verschaffen.

Ein freundliches Wort statt kritischer Blicke, wenn eine junge Mutter mit einem quengelnden Kleinkind durch den Ort geht. Einfach mit anpacken, wenn die Nachbarin erst zwei Kinder, dann einen Kinderwagen und schließlich einen Großeinkauf aufs dem Kofferraum wuchtet. Einen Zettel mit der Telefonnummer einer Beratungsstelle, wenn man spürt, dass die Frau von gegenüber die Grenzen ihrer Belastbarkeit überschritten hat. ?Eltern brauchen Ansprechpartner, keine Kontrollen?, sagte Huml.

Damit meinte sie einerseits jeden und stellte andererseits zahlreiche Initiativen, Projekte und Beratungsstellen vor, in denen Hebammen auch über die ersten Wochen mit dem Neugeborenen hinaus jungen Müttern beistehen, Mütter von Schreibabies Rat und Hilfe finden, Erziehungsberatungstellen für Probleme mit älteren Kindern offene Ohren haben und und und.

So mancher war überrascht, was in Bayern an Präventiv-Maßnahmen bereits alles eingerichtet ist. Sie alle signalisieren eines: Es ist nicht schlimm, wenn man sich Hilfe holt. Im Gegenteil. Oft geben wenige Anrufe oder Kontakte überlasteten Eltern das Selbstvertrauen und die nötige Sicherheit und Gelassenheit im Umgang mit ihren Kindern zurück.

Auch die inzwischen verpflichtend eingeführten ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 für Kinder will Huml eindeutig als solche unterstützende und nicht als kontrollierende Maßnahme verstanden wissen. ?Ich befürworte dies nicht wegen der Misshandlungsgefahr, sondern um organische Probleme entdecken zu können, die die normale Entwicklung des Kindes beeinträchtigen?, sagte die Staatssekretärin, übrigens studierte Ärztin.

Als Beispiel nannte sie Kinder, die spät und langsam sprechen lernen. Natürlich gebe es Spätzünder, das sei auch kein Grund zur Sorge. Ein Besuch beim Arzt kann aber helfen, einen Hörschaden zu entdecken. Denn wer schlecht hört, kann schlecht sprechen lernen.

Doch auch über das Kleinkindalter hinaus stellte Huml ihre Vorstellung eines verantwortlichen Umgangs mit Familien und Jugendlichen vor. Ausdrücklich befürwortete sie die Jugendsozialarbeit an Schulen.

Ebersdorfs Bürgermeister Bernd Reisenweber wird es gern gehört haben, lässt sich doch die Gemeinde eben diese Arbeit eine ganze Menge Geld kosten. Huml konnte diesen Einsatz nur bestätigen: ?An Schulen, an denen Sozialarbeiter tätig werden, sinkt die Gewaltbereitschaft um 50 Prozent.?

Dennoch wollte sie alles andere als ?die Jugend? schlecht reden. ?Junge Menschen tun sehr viel Gutes. Mehr als 25 Prozent der 15-Jährigen in Bayern sind ehrenamtlich tätig?, stellte sie fest und forderte: ?Junge Menschen brauchen eine Perspektive. Sie wollen gebraucht werden und brauchen eine gute Ausbildung.?

Und so stellte sie die Frage: In welcher Gesellschaft will ich leben und beantwortete sie sogleich selbst: ?In einer Gesellschaft, in der wir Rücksicht nehmen und in der kein Kind verloren geht.


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