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Abschauen und nachkochen

Jenny und Heidi Lindner ziehen ein Gulasch aus ihrem Ofen. Foto: Tim Birkner

26. August 2011

Die fünfte Etappe der Radltour führt von Lahm im Itzgrund nach Ebersdorf. Dort warten die verbliebenen sieben Bäuerinnen des Ortes.

Ebersdorf - Entenpfeffer, gepökelte Zunge, saure Nieren: "Ihr mit eurem Zeug", sagen da die Jungen den Bäuerinnen aus Ebersdorf. Oder gleich: "Ih, das mag ich nicht."

Zu siebt sind sie noch, die Bäuerinnen in Ebersdorf. 14 waren sie einmal, erzählt die ehemalige Ortsbäuerin Jenny Lindner. Jetzt ist ihre Schwiegertochter Ortsbäuerin. Das Amt konnte weiter gereicht werden, der Hof schon bei der übernächsten Generation. Nur noch bei den Sinners in Ebersdorf ist das so, die anderen fünf Bäuerinnen am Tisch haben für ihren Hof keine Nachfolge.

So geht es ihnen auch mit dem Schatz, den sie von ihren Müttern und Großmüttern bekommen haben. Ihre Kindheit haben sie mit ihnen in der Küche verbracht und abgeschaut, was und wie gekocht wurde. Und so machen sie es heute noch. "Wenn die Truhe leer ist, wird geschlachtet", so ist das in Ebersdorf noch. Und dann wird auch alles verarbeitet. Zum Beispiel das Blut. Gebackenes Blut, eine Spezialität, die besonders Irmgard Seiler schätzt und in die Röhre schiebt. Blut ist ein Triebmittel und der Teig geht im Ofen wie Hefe auf.

Wenn die Bäuerinnen heute zusammen sitzen, dann geht es schnell drunter und drüber. Jede weiß noch ein Rezept oder ein Abwandlung davon. So werden bei den Lindners noch Gurken eingelegt. Jenny Lindner hat das Rezept von ihrer Schwiegermutter abgeschaut: "Einfach so, Salz, Essig, Dill und Zwiebel." - "Ich nehme keinen Essig, zu sauer." - "Ich lege unten Weinblätter rein." - "Du musst sie beschweren, damit sie nicht aufschwimmen." Jenny Lindner springt auf, um Gurken zum Probieren zu holen. Die Selbsteingelegten, Rezept "frei Schnauze", wie fast immer beim Kochen. "Nur beim Backen wird gewogen", sagt Helene Böhm. Für den Film "Bratwurst, Dätsch und gschnittne Hosn" von Anette Hopfenmüller haben sie das erste Mal gemeinsam gekocht - sonst stricken die Damen im Winter nur einmal in der Woche gemeinsam.

Aber so viel gelacht, wie an den beiden Drehtagen haben sie noch nie. Auch darüber, dass Irmgard dauern im Bild war, weil sie einfach sitzen blieb. Lust, ihre Rezepte aufzuschreiben, haben die Bäuerinnen trotzdem nicht. "Wer sie wissen will, soll fragen oder sie sich abschauen. Das muss schon von den Jungen selbst kommen", sagt Jenny Lindner.

Wer zu ihnen in die Küche kommt, muss schnell schauen, denn "je länger man kocht, desto schneller wird man". Da stimmen auch Beater Reißenweber und Marlene Marr zu. Und so fix, wie die sieben Rezepte ausgetauscht werden, verschwinden dann auch die Zutaten im Topf.

Tim Birkner


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unterwegs

Von der Itz an den Main. Wer nicht bis Baunach zur Mündung radeln will, muss von der Itz aus hoch strampeln und kann dann ins Maintal rollen. Ich wähle die Route über Eggenbach und Döringstadt. Ganz nach dem Frankenlied – nur von der anderen Seite – sehe ich die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen.
Auf der Strecke nach Bad Staffelstein gibt es für Radler zwei Möglichkeiten: In Wiesen im Brauereigasthof Hellmuth oder in Nedensdorf im Brauereigasthof Reblitz einkehren. Beides ist mir zu viel, schließlich will ich noch bis nach Ebersdorf kommen. Also lasse ich auch den Staffelberg rechts liegen, fahre an Vierzehnheiligen unten vorbei. In Lichtenfels verlasse ich das Maintal. Durch die Schney hindurch führt mein Weg nach Seehof. Wer gerne Fisch isst, findet hier die besten Forellen weit und breit. Und im Wald links und rechts soll es Pilze geben. Ich bin leider ein Sucher und kein Finder. Auf dem Weg begegne ich einem kleinen Jungen, der mit seiner Oma einen ganzen Korb voll gesammelt hat. Ein Radauvogel in der Schule, der Lehrer wie Eltern strapaziert, zeigt mir lammfromm und stolz Steinpilze, Butterpilze und Maronen. Vielleicht sollte der Wald in den Lehrplänen stärker verankert werden...
Die Energiewende wartet auf mich außerhalb des Waldes. Noch vor dem Sportplatz fahre ich durch riesige Solarfelder mit Panelen, die sich immer zur Sonne neigen. Meine geplante Fahrtzeit neigt sich dem Ende zu, doch vor meine Nase senkt sich die Bahnschranke. Dafür haben die Ebersdorfer Verständnis. „Das kennen wir, die Schranke ist dauernd unten“, begrüßen mich die Bäuerinnen aus dem Ort.

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