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Bernstein und kein Mümmelbrei

Leonard Bernstein war niemand, der im Stillen wirkte. Seine Vitalität und Freude an der Musik kennt jeder, der ihn in einer Fernsehaufnahme (oder sogar live) gesehen hat. Unabhängig davon, was er dirigierte, er dirigierte stets mit dem ganzen Körper. Er sprang und hüpfte, verkroch sich scheinbar auf dem Dirigentenpodest. Und wäre da nicht die West-Side-Story, würde er als Komponist noch immer ein Schattendasein führen. Das ändert sich langsam. Immer mehr seiner eigenen Werke werden immer öfter eingespielt. Die neuste dieser Aufnahmen ist bei virgin classic erschienen. Bei Paavo Järvi kann man fast nicht mehr von Dirigentennachwuchs sprechen. Der in Amerika lebende Este hat es inzwischen geschafft. Überall auf der Welt bekommt er Gastdirigate und begeistert er Publikum und Orchester gleichermaßen. Und wenn er mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra zusammenarbeitet, dann ist auch das eine Notiz wert. Dieses Orchester hat es ebenfalls in vergleichsweise kurzer Zeit geschafft, vom musikalischen nobody zu einem Orchester der ersten Liga aufzusteigen. Als Star-Guest konnte an der Klarinette auch noch Sabine Meyer gewonnen werden. Die sehr perkussiv angelegten Bernstein-Kompositionen sind druckvoll. In der entsprechenden Lautstärke vereinnahmen sie den Hörer und lassen einen alles andere vergessen. Die Geigen steuern wunderbar lyrische Passagen bei, und wenn die Bässe im Hintergrund zupfen, wird deutlich, was Bernstein gelungen ist: Die Elemente von Jazz und klassischen Orchester verschmelzen. Keiner biedert sich dem anderen an, sondern es steht außer Frage, daß es etwa nicht so gehören könnte. Die Untertitel der Werke sind interessant. Das erste Stück ist für Soloklarinette und Jazzensemble, das nächste bezeichnet Bernstein als Choreographisches Essay für Orchester. Das zeigt, wie vielseitig er dachte, lebte und komponierte. Und Bernstein hätte sich keine besseren Musiker für seine imposanten Stücke wünschen können. Die Aufnahme ist direkt und vermittelt Spaß. Natürlich fehlen auch die Gassenhauer nicht. Die Symphonischen Tänze aus der West-Side-Story sind in der Mitte der CD plaziert und ebenso mitreißend gespielt wie Facsimile oder das Divertimento for Orchestra. Diese CD haben wahrscheinlich schon beim ersten Hören meine Nachbarn kennengelernt. Ich kann sie jedem empfehlen, der kein ausschließlicher Mozart-Liebhaber ist. Es ist eine Mischung aus Jazz, Broadway und Konzerthalle, an der sich die neuen Crossover-Platten ein Beispiel nehmen könnten. Voller wirklich neuer Ideen ist diese CD, so daß die Crossover-music wie ein Mümmelbrei wirkt. (virgin classics)