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Sie befinden sich hier: Service  / Bücher / Belletristik / Krieg kennt keine Logik / 

Triage

Der junge Kriegsfotograf Mark hat in seinem beruflichen Leben schon viel gesehen. Aber von einer Reise nach Kurdistan kehrt er als ein anderer nach New York zurück. Mark quält eine Erinnerungslücke, die er lieber nicht füllen möchte. Mark ist dabei, den Verstand zu verlieren. Seine Freundin Elena und sein Großvater Joaquin, der im Spanischen Bürgerkrieg unter anderem Kriegsverbrecher psychologisch betreute, versuchen, ihm zu helfen. Die Wahrheit kommt ans Licht. Scott Andersons Roman lässt einen lange nicht los. Es ist nicht nur das Schicksal von Mark. Es sind viele Details, Ansichten und Begebenheiten, die den Leser fesseln. Mark kommt in einem kurdischen Lazarett zu sich. ,,Unsere Kriege haben wir immer verloren. Das können wir Kurden am besten", sagt der Arzt Talzani zu dem Kriegsfotografen, geht nach draußen und erschießt die Verletzten, denen er unter den gegebenen Umständen nicht helfen kann. Mal ein Bauchschuss, mal ein an sich harmloser Armbruch. Die Triage. Die Auswahl. Übermüdete Ärzte, primitive Bedingungen, kaum Medikamente. Binnen weniger Sekunden wird entschieden, welcher Patient behandelt und welcher aufgegeben wird. Der Zufall ist letzter Entscheidungsträger. Mark hadert mit diesem Vorgehen. Aber Talzani macht ihm klar: ,,Es gibt keine Regeln, wer im Krieg überlebt und wer stirbt. (...) Im Krieg sterben die Menschen, wie es kommt." Marks Körper wird verhältnismäßig schnell gesund. Mark fliegt nach Hause. Aber Mark ist nicht mehr der Alte. Was geschah mit Marks Freund, mit dem zusammen er in Kurdistan unterwegs war? Er gibt vor, sich nicht erinnern zu können und wird immer verschlossener. ,,Du musst zurückkehren zu den Menschen, die dich lieben", drängt Großvater Joaquin. Scott Andersons Roman setzt sich über Kategorien wie Schuld, Täter oder Opfer hinweg. Krieg macht die einen wie die anderen krank. Wer krank ist, braucht Hilfe, plädiert Anderson. ,,Triage" wirft Fragen auf und beantwortet sie nicht alle. ,,Triage"-Leser werden wochenlang mit der Suche nach Antworten beschäftigt sein.

 

Scott Anderson: Triage (286 Seiten). Alexander Fest Verlag 1999.