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Wer bezahlt die Inklusion?

27. Juni 2011

Neustadt – Der Stadtrat in Neustadt will eine integrative Außenklasse in der Schule in Wildenheid. Nur die Kosten sind den Räten noch zu hoch. Am Mittwoch wird der Bausenat nach einer Lösung suchen.
 
Inklusion heißt das Zauberwort. Doch mancher Zauber hat seinen Preis. Der Stadtrat in Neustadt hat das am Montag in seiner Sitzung erfahren. Die Mauritiusschule möchte in Wildenheid gerne eine Außenklasse eröffnen. Der Start ist bereits für September diesen Jahres geplant.
„Das ist der Wunsch der Eltern, die sich einzeln und in der Gruppe an mich gewandt haben“, sagt Stephan Schwarzenberger, Schulleiter der Mauritiusschule. Er versucht den Stadträten, das komplexe Gebilde der Inklusion vorzustellen. Prinzipiell entscheidet der Wille der Eltern, ob ihr Kind mit Förderbedarf in eine normale Schule geht oder in eine spezielle Förderschule. Unklar lässt der Gesetzgeber hingegen, wer die zusätzlichen Kosten trägt, die entstehen, wenn ein Kind in einer normalen Schule zusätzlichen Bedarf an Raum, Personal und Einrichtung hat. Das schlichte Prinzip „Wer bestellt, zahlt“ steht zwar auf dem Papier, doch, so betont Oberbürgermeister Frank Rebhan, funktioniert habe es noch nie.
Schwarzenberger und die Mauritiusschule versuchen seit zehn Jahren in dem „Coburger Modell“ mit Außenklassen, diesen Bedarf und die Wünsche der Eltern zu bündeln. Das funktioniert so: Es gibt eine normale Grundschulklasse mit 18 Kindern und es gibt eine Förderklasse der Mauritiusschule mit sieben Kindern. Diese beiden Klassen werden in einer Schule gemeinsam unterrichtet und als eine Klasse behandelt. Rechtlich sind es also zwei Klassen, sozial ist es eine. „Das ist die Stärke, wenn wir die Kinder gemeinsam einschulen und sie sich gegenseitig als ganz normale Klassenkameraden kennen lernen. Der eine rechnet besser, der andere rennt schneller“, sagt Schwarzenberger. Inhaltlich sind die Stadträte von dem Konzept überzeugt.
Nur kostet dieses Modell auch zusätzlich. Zwei Klassenzimmer sollten es sein, damit Kleingruppen und Rückzugsräume geschaffen werden können. Weitere vier Therapieräume sollten vorhanden sein, damit Krankengymnastik und Logopädie am Nachmittag im gleichen Haus stattfinden kann.
Für eine integrative (Doppel-)Klasse in Wildenheid kosten die Umbauten geschätzt 35 000 Euro.
Daran entfacht sich eine Diskussion, die Elke Protzmann, Fraktionsvorsitzende der CSU, zusammenfasst: „Wir wollen die Inklusion. Doch wir müssen sehen, dass diese Kosten für uns als Stadt zu multiplizieren sind.“ Das Modell könnte ein Erfolg werden – und dann müssen weitere Schulen umgebaut werden. Denn sollte diese Außenklasse im kommenden Schuljahr nach Wildenheid kommen, bleibt die Frage, was die Eltern im übernächsten Schuljahr für ihre Erstklässler wollen. Und so weiter.
Klar ist, dass in Wildenheid maximal für eine integrative Klasse Platz ist. Die Grundschulzeit aber vier Jahrgänge beträgt. Der jetzige Plan sieht aber nur Räume für eine Klasse vor, die dann nach vier Grundschuljahren auseinander geht.
Ob und wie viel Geld nun tatsächlich in die Hand genommen werden soll, darüber berät am Mittwoch der Bausenat. Die Stadträte bekamen zunächst 15 000 Euro genannt, seit gestern sind es 35 000 Euro und die Verunsicherung ist da, dass es am Ende noch mehr werden könnte.
Als die Diskussion um schmale Gänge und Fluchtwege, Denkmalschutz und Mauerdurchbrüche hochkocht, fliegt im Sitzungssaal wie durch Geisterhand die Sicherung heraus. Kein Beamer, keine Pläne, keine Beleuchtung mehr. Auf Antrag von Heike Stegner-Kleinknecht, Fraktionsvorsitzende der SPD, beschließt der Stadtrat eine „grundsätzliche Zustimmung“.
Die Hoffnung des Oberbürgermeisters ist, dass im August ein Gesetz für die Inklusion verabschiedet wird, in dem auch die Finanzierung geregelt ist. Heute ist es so, dass der rechtliche Rahmen den Eltern die Wahl gibt, aber nirgends steht, wer das alles bezahlt. Im Zweifelsfall die Kommunen.
Ohne diese gesetzliche Regelung kann aber keine Stadt einen Antrag auf Förderung stellen. Was bleibt? Die Hoffnung, dass sich der Zauber doch noch zum Guten wendet. Jetzt, so die Vision von Rebhan, das aller Notwendigste tun, im August ein Gesetz bekommen, in dem steht, wo das Geld her kommt und dann mit Fördergeldern den Rest umbauen. Mal sehen, ob der Bausenat am Mittwoch das Zauberwörtchen findet.

Tim Birkner


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